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Pressemitteilung
Unglaublich erfolgreich: Die Eilaktionen von amnesty international
Berlin, 19. August 2005
"Ich bin heute noch am Leben, weil die internationale Gemeinschaft durch amnesty international und die Medien von unserer Arbeit erfahren hat!" Jenni Williams, Leiterin der Frauenrechtsorganisation WOZA, Simbabwe
Jenni Williams kennt die Polizei und die Gefängnisse Simbabwes – mehr als ihr lieb ist. Mindestens 15 Mal wurde die Leiterin der Frauenrechtsorganisation WOZA in den letzten zwei Jahren festgenommen. Zuletzt verhaftete man sie zusammen mit 260 gewaltlosen Demonstrantinnen bei einer friedlichen Mahnwache im Anschluss an die Parlamentswahlen im März 2005. Einige der Frauen hatten bei der Verhaftung ihr Baby auf dem Arm, mehrere wurden von Polizisten verprügelt, einige schwer verletzt. Fast Alltag in Simbabwe, wo die Bevölkerung gegen die immer schlechteren sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und die zunehmende staatliche Repression auf die Straße geht.
Die Polizei pferchte die Frauen in überfüllte Zellen oder ließ sie die Nacht im Hof unter freiem Himmel verbringen. Inzwischen sind Williams und die anderen Demonstrantinnen wieder frei. Ihnen droht aber täglich die erneute Festnahme. amnesty international (ai) setzt sich deshalb mit zahlreichen Aktionen für die Frauenrechtlerinnen ein. Eine Flut von Appellschreiben erreicht die Regierung in Harare. Sie fordern, keine Teilnehmer an friedlichen Protestkundgebungen mehr zu verhaften und die Mitglieder von WOZA nicht mehr zu schikanieren.
Die Frauenrechtlerin Williams ist eine von zahlreichen Gefangenen in aller Welt, für die sich ai einsetzt: Allein im Jahr 2004 hat ai 344 Eilaktionen ("Urgent Actions") gestartet und zu 334 vorherigen Eilaktionen weitere Informationen veröffentlicht. In 48 Prozent dieser Fälle bewirkten die Appelle etwas: Gewaltlose politische Gefangene wurden freigelassen, Folterungen unterbunden, Todesurteile umgewandelt, und weitere Vergehen gegen die Menschenrechte konnten verhindert werden. In diesem Jahr wurden ai-Mitglieder und Unterstützer schon über 200 Mal aufgerufen, sich an einer Eilaktion zu beteiligen. Gemeinsam mit rund 92.000 Menschen in 85 Ländern intervenierten sie dann per Luftpostbrief, Telefax oder E-Mail bei den verantwortlichen Stellen des betreffenden Staates.
Dass diese ai-Appelle Erfolg haben, zeigen nicht zuletzt die vielen Dankschreiben, die ai immer wieder erhält. Menschenrechtsverteidiger in der Türkei, darunter die bekannte Rechtsanwältin Eren Keskin, hatten im April dieses Jahres Morddrohungen erhalten. Aufgrund einer Eilaktion von ai leiteten die türkischen Behörden schließlich Ermittlungen und Schutzmaßnahmen für die bedrohten Menschenrechtler ein. In einem kürzlich eingegangenen Schreiben erklärten die Menschenrechtsverteidiger: "Wir stehen in der Schuld all derer, die an uns gedacht und Appellschreiben geschickt haben. Wir brauchen diese Solidarität. Die Reaktion auf die Appelle wird derartige Angriffe verhindern, das ist unsere feste Überzeugung".
Jenni Williams und zwei weitere Sprecherinnen von WOZA werden vom 26. bis zum 29. Oktober in Berlin sein und für Pressegespräche zur Verfügung stehen.
Für weitere Nachfragen oder für Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an die ai-Pressestelle, Tel. 030 - 420248-306, E-Mail: presse@amnesty.de.
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