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Pressemitteilung

ai-Filmpreis / Berlinale 2005

Amnesty International Filmpreis geht an Paradise Now

Berlin, 19. Februar 2005 - Der Spielfilm Paradise Now hat den Amnesty International Filmpreis auf der 55. Berlinale erhalten. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Der Film des palästinensischen Regisseurs Hany Abu Assad erzählt von zwei jungen Männern in Nablus, die ausersehen wurden, Selbstmordattentate zu begehen.

"Paradise Now ist eine kleine Geschichte über einen großen Konflikt - moralisch, aber nicht moralisierend; berührend aber nicht sentimental", sagte die Schauspielerin Nina Hoss im Namen der ai-Jury bei der Preisverleihung der unabhängigen Jurys. "Ein Film, der zur Auseinandersetzung zwingt, ohne belehrend zu sein. Ein Plädoyer dafür, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann."

In der niederländisch-deutsch-französisch-israelischen Ko-Produktion verlieren sich zwei Palästinenser auf dem Weg zu einem Selbstmordattentat aus den Augen. Die Freunde müssen sich nun allein mit ihren Überzeugungen auseinandersetzen.

Dem Film gelingt es zu zeigen, dass der Einzelne auch im Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt Verantwortung für sein Tun trägt und die Freiheit zur eigenen Entscheidung hat.

Und so entscheiden sich auch zwei der drei Protagonisten gegen die Gewalt: eine Frau -Tochter eines prominenten palästinensischen Kämpfers - macht sich von Anfang an für einen friedlichen Weg stark und engagiert sich in einer Menschenrechtsorganisation. Ihr gelingt es auch, einen der beiden ausersehenen Selbstmordattentäter von seinem schrecklichen Vorhaben abzuhalten. Vom anderen erfahren wir, dass er sich unter dem massiven Druck der palästinensischen Drahtzieher, aber auch seiner Familiengeschichte und der Gesellschaft nicht vom Attentatsplan abbringen lassen wird.

Der Film zeigt die Quellen, aus denen sich unmenschliche Gewalt speist. Am Ende bleibt der Schrecken, aber auch die Hoffnung, dass sich der Einzelne trotz allem aus der Spirale der Gewalt lösen kann.

Paradise Now hat außerdem den "Blauen Engel" für den besten Europäischen Film, den Publikumspreis der Berlinale sowie den Leserpreis der Berliner Morgenpost gewonnen.

Der Amnesty International Filmpreis wurde bereits auf anderen internationalen Festivals (Amsterdam, Rotterdam, Kopenhagen) verliehen. Mit dem Preis möchte ai die Aufmerksamkeit von Fachleuten und Publikum auf das Thema Menschenrechte lenken und Filmemacher dazu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.

Für Nachfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an die ai-Pressestelle
Tel. 030 - 420248-306, mail:
presse@amnesty.de.


amnesty international

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