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Kampagnen & Aktionen
USA / amnesty fordert Asyl für misshandelte Frauen
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Rodi Alvarado Peña hat überlebt. Jahrelang hat ihr Ehemann sie missbraucht, vergewaltigt, erniedrigt, bis zur Besinnungslosigkeit geschlagen. Immer wieder hat Frau Alvarado Peña die Richter in ihrem Heimatland Guatemala um Schutz angefleht. Ihr Hilferuf wurde in jeder Instanz abgelehnt. Im Jahre 1994 gelang es der Guatemaltekin endlich, in die USA zu fliehen. Sie war gezwungen, ihre beiden kleinen Kinder zurückzulassen und hat sie seitdem nicht mehr gesehen.
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In den USA hat sie zunächst Asyl gefunden. Ein Ausschuss für Migrationsangelegenheiten machte die Entscheidung 1999 jedoch rückgängig. Dann schaltete sich die ehemalige US-Justizministerin Janet Reno ein und schlug vor, Regelungen zu schaffen, die den Asylstatus von Frau Alvarado Peña sichern würden. Außerdem wollte sie Mädchen und Frauen, die in ihren Heimatländern Gewalt und Verfolgung ausgesetzt sind, Schutz in den USA zusichern. Leider traten diese Regelungen nie in Kraft.
Asyl in einem anderen Land zu beantragen, ist für Frauen, die in ihrem Heimatland sonst um ihr Leben fürchten müssten, oft der letzte Ausweg. Die US-Regierung darf misshandelten Frauen diesen Ausweg nicht verwehren. Ein Nachbarland geht mit gutem Beispiel voran: Kanada arbeitet seit 1993 erfolgreich mit einem Gesetz, das Gewalt gegen Frauen als Grund für Asyl anerkennt. Ungefähr zwei Prozent der Asylsuchenden stützen ihren Antrag auf dieses Gesetz. Eine Anerkennung der Gewalt gegen Frauen durch das Gesetz führt also nicht zu einer plötzlichen Flut von Asylanträgen, wie sie die US-Behörden möglicherweise befürchten.
Im Februar dieses Jahres hat das Heimatschutzministerium dem Justizministerium eine detaillierte Empfehlung übermittelt: Rodi Alvarado Peña soll Asyl gewährt und allgemeingültige gesetzliche Regelungen zu Asylanträgen von misshandelten Frauen unverzüglich verabschiedet werden. Das Heimatschutzministerium fordert, dass die Situation dieser Frauen gesetzlich als Fluchtgrund anerkannt werden muss.
Im September jährt sich zum zehnten Mal der „Violence against Women Act“, ein in den USA verabschiedetes Gesetz gegen familiäre Gewalt an Frauen. amnesty fordert die Regierung auf, diesen Tag zum Anlass zu nehmen, nicht nur Rodi Alvarado Peña Schutz zu garantieren, sondern auch anderen Frauen Asyl in den USA zu gewähren, wenn sie Opfer von familiärer Gewalt werden und die Behörden in ihren Heimatländern in der Lage sind, sie ausreichend zu schützen.
Den Fall „Rodi Alvarado Peña“ hat nun John Ashcroft, Justizminister der Bush-Regierung, auf seinem Schreibtisch. Er muss die endgültige Entscheidung über Frau Alvarado Peña treffen. amnesty befürchtet, Ashcroft könnte sie wieder ausweisen. Eine solche Entscheidung würde auch Möglichkeiten für andere misshandelte Mädchen und Frauen verschlechtern, Asyl aufgrund von familiärer Gewalt wie Verschleppung, sexueller Sklaverei, Vergewaltigungen oder drohenden Ehrenmorden zu beantragen.
Weitere Informationen auf Englisch
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 | Werden Sie aktiv!
Wenden Sie sich an den US-amerikanischen Justizminister John Ashcroft und fordern Sie ihn auf, Rona Alvarado Peña Asyl zu gewähren und zudem allgemeingültige Regeln zu schaffen, die es misshandelten Frauen erlauben, in den USA Schutz zu suchen.
Musterbrief
The Honorable John Ashcroft
U.S. Department of Justice
950 Pennsylvania Avenue, NW
Washington, DC 20530-0001
USA
Sehr geehrter Minister Ashcroft,
ich fordere Sie auf, Mädchen und Frauen, die vor häuslicher Gewalt, Verschleppung, sexueller Sklaverei, Vergewaltigung, Ehrenmorden und anderen Misshandlungen fliehen, Asyl in den USA zu gewähren.
Wie Sie wissen, hat Frau Alvarado Peña 1994 Asyl in den Vereinigten Staaten gefunden, nachdem sie in Guatemala brutale Gewalt erlebt hatte. Der Fall von Rodi Alvarado Peña hat viel Aufmerksamkeit erregt. Jahrelang hat ihr Ehemann sie vergewaltigt, geschlagen, bedroht und erniedrigt. Frau Alvarado Peña hat den Schutz durch die guatemaltekischen Behörden aktiv gesucht, aber ihr Hilferuf wurde in jeder Instanz abgelehnt. Frau Alvarado Peña gelang es schließlich, von Guatemala in die Vereinigten Staaten zu fliehen, wo sie den Schutz suchte, den sie zu Hause nicht finden konnte.
Nun ist es an Ihnen, zu entscheiden. Ich fordere Sie auf, den Empfehlungen zu folgen, die Ihnen das Heimatschutzministerium für diesen Fall unterbreitet hat. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass Frau Alvarado Peña ein dauerhafter Aufenthalt in den USA ermöglicht wird, damit ihr langes Warten auf Schutz ein Ende hat und sie wieder mit ihren Kindern zusammenleben kann. Verabschieden Sie Regelungen, nach denen misshandelte Frauen in den USA Schutz finden können.
Mit freundlichen Grüßen |
Wenn Sie sich per Email an US-Justizminister Ashcroft wenden möchten, besuchen Sie bitte die Website von amnesty-USA.
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HINSEHEN & HANDELN: Gewalt gegen Frauen verhindern
letzte Aktualisierung: 26. August 2004
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