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HINSEHEN & HANDELN: Gewalt gegen Frauen verhindern



Zahlen und Fakten

Weltweit wird mindestens eine von drei Frauen im Laufe ihres Lebens geschlagen, zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder anderweitig sexuell missbraucht. Bei den Tätern handelt es sich




in der Regel um Familienmitglieder oder Bekannte der Frau.

Der Europarat hat darauf hingewiesen, dass familiäre Gewalt die Hauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung von Frauen im Alter zwischen 16 und 44 Jahren darstellt – noch vor Krebs oder Verkehrsunfällen.


In Ruanda wurden während des Völkermords 1994 nach UN-Schätzungen 250.000 Frauen vergewaltigt; etwa 5.000 Schwangerschaften resultierten aus diesen Vergewaltigungen, viele Frauen wurden mit HIV infiziert.






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Nach Berechnungen von Amartya Sen, Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 1998, würden heute 60 Millionen Frauen mehr auf der Welt leben, wären nicht weibliche Föten abgetrieben und weibliche Säuglinge getötet worden.


Nach Recherchen der UN-Sonderberichterstatterin über Gewalt gegen Frauen machten 1999 in den USA Frauen 85 Prozent der Opfer familiärer Gewalt aus (671.100 Frauen im Vergleich zu 120.100 Männern).

In Südafrika sterben mehr Frauen infolge tödlichen Schusswaffengebrauchs zu Hause als auf der Straße oder durch Fremde.

Die russische Regierung schätzt, dass allein 1999 rund 14.000 Frauen von ihren Partnern oder Familienangehörigen getötet wurden. Dennoch existiert in der Russischen Föderation nach wie vor kein Gesetz, das familiäre Gewalt ausdrücklich unter Strafe stellt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden bis zu 70 Prozent aller weiblichen Mordopfer von ihren männlichen Partnern getötet.

Diese Zahlen offenbaren nur einen Bruchteil des wahren Ausmaßes der Gewalt gegen Frauen. Aus Scham oder weil sie befürchten, auf Unverständnis zu stoßen oder sogar weitere Gewalt erleiden zu müssen, sprechen Frauen oftmals nicht über das Erlebte. Ausbleibende Ermittlungen und das Versäumnis, das Gewaltproblem in seinem ganzen Ausmaß aufzudecken, erleichtern es Regierungen, örtlichen Gemeinschaften und Familien, sich ihrer Verantwortung zum Schutz der Frau zu entziehen.

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letzte Aktualisierung: 2. November 2005


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