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DR KONGO: DAS BLUTVERGIESSEN MUSS BEENDET WERDEN

Hintergrundinformationen


Die Geschichte des Konflikts

Am 2. August 1998 drangen Armeen aus Ruanda und Uganda in der DR Kongo ein, um die kongolesische Regierung abzusetzen. Sie warfen ihr vor, aufständische Gruppen im Osten der DR Kongo zu unterstützen, darunter Gruppen, die am Völkermord in Ruanda von 1994 beteiligt gewesen waren. Die Invasoren konnten ihr Ziele jedoch nicht erreichen, kontrollieren aber seitdem weite Gebiete im Osten des Kongos.


In der folgenden Zeit lieferten sich Regierungstruppen aus Ruanda und Uganda in Allianz mit bewaffneten Gruppen blutige Kämpfe mit bewaffneten Gruppen, die wiederum von der DR Kongo und ihren Alliierten unterstützt wurden. Schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, darunter Massenmorde an Zivilisten, Vergewaltigung sowie Folter und Misshandlungen, sind in diesem Gebiet seit Jahren an der Tagesordnung. In vielen Gebieten wurden Häuser, Felder, Gesundheitszentren und Geschäfte – alles, wovon das Überleben der Bevölkerung abhängt, vollkommen zerstört.

Seit Beginn des Konflikts wurden massiv Kindersoldaten rekrutiert – mindestens 40 Prozent der bewaffneten Gruppen, die in den letzten Monaten in der Region Ituri kämpften, sind Jugendliche. ai wird zu diesem Thema im September einen neuen Bericht veröffentlichen.



Coltan, Gold, Diamanten und Holz


Im Zentrum des Konflikts stehen die natürlichen Ressourcen des Kongos bzw. Profit-Interessen der gegnerischen Parteien. Insbesondere der Norden und Osten des Landes, einschließlich der Regionen Ituri und Kivu, sind reich an Rohstoffen, darunter Coltan, Gold, Diamanten und Holz. Diese Reichtümer wurden von den kriegsführenden Parteien systematisch geplündert. Ranghohe Mitglieder der ruandischen und ugandischen Armee und ihre kongolesischen Alliierten bereicherten sich auf dem Rücken der Zivilbevölkerung - Hunderttausende Zivilisten wurden bei Kämpfen um die Kontrolle dieser Bodenschätze gefoltert und getötet.


Einer unsicheren Zukunft entgegen

Ende 2002 unterzeichneten Ruanda und Uganda Friedensabkommen mit der DR Kongo und begannen, ihre Truppen zurückzuziehen. Im Zuge dessen flammten Anfang Mai 2003 jedoch erneutKämpfe in und um Bunia in Ituri auf, bei denen Hunderte Zivilisten ums Leben kamen.

Der Einsatz einer internationalen UN-Eingreiftruppe beruhigte die Situation zwar in der Stadt Bunia, aber nicht in den anderen Landesteilen. ai ist in großer Sorge, dass der Konflikt erneut eskalieren könnte. Das Mandat der UN-Eingreiftruppe läuft im September ab. Es ist fraglich, ob die ständige Militärmission der UNO (MONUC), die vor Ort bleibt, in der Lage sein wird, einen neuen Gewaltausbruch zu verhindern.

Als Resultat der Friedensabkommen nahmen Anfang Juli Führer bewaffneter Gruppen, die in der Vergangenheit schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hatten, ihre Sitze in einer neuen kongolesischen Übergangsregierung der „nationalen Einheit“ ein. Die Führer anderer Gruppen – darunter jener, die für die jüngsten Morde in Ituri verantwortlich waren – wurden von diesem Prozess ausgeschlossen.

ai ist überzeugt: Eine friedliche, sichere Zukunft für das leidgeprüfte Land wird es nur geben, wenn jene, die in der Vergangenheit an schweren Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren, sie angeordnet, stillschweigend geduldet, oder bewusst nicht verhindert haben, dafür zur Rechenschaft gezogen werden!


letzte Aktualisierung: 09.09.2003

amnesty international

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