Janjawid-Attacken im Tschad - Ein Fall für den Internationalen Strafgerichtshof
Berlin, 29. Juni 2006 - Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) muss die Übergriffe der sudanesischen Janjawid-Milizen im Osten des Tschad untersuchen. Das fordert amnesty international (ai) nach einer mehrwöchigen Ermittlungsreise im Grenzgebiet zum Sudan. Mindestens 50.000 Tschader sind dort auf der Flucht vor den arabisch-stämmigen Reitermilizen. „Im Osten des Tschad bahnt sich eine ähnliche Menschenrechtskatastrophe wie in der sudanesischen Region Darfur an“, erklärte Annette Weber, die bereits vor zwei Jahren mit einer ai-Delegation im Tschad war.
Die ai-Mitarbeiter sprachen mit Vertriebenen aus dem Osten des Tschad sowie mit Flüchtlingen aus Darfur. Für ai steht fest: Sowohl die Regierung des Sudan wie die des Tschad sehen den Menschenrechtsverletzungen der Janjawid an Zivilisten tatenlos zu.
Zeugenaussagen und rechtefreies TV-Footage
„Wir mussten fliehen. Die Reitermilizen hatten unser Dorf in einen Strom aus Blut verwandelt ... Sie haben den Männern die Kehle durchgeschnitten, wehrlose Menschen erschossen.“ Diese Schilderung der Tschaderin Azza Ahmed Ibrahim ist eine von vielen Aussagen, die der Bericht „Sowing the seeds of Darfur. Ethnic targeting in Chad by Janjawid militias from Sudan” ausführlich dokumentiert. Den Bericht, eine zweiseitige Zusammenfassung sowie eine ausführliche Sammlung von Zeugenaussagen erhalten Sie über die ai-Pressestelle.
Ein Kamerateam hat die ai-Delegation bei ihrer Arbeit begleitet. Herausgekommen sind 20 Minuten Bildmaterial (Schnittbilder und O-Töne), auf BETA-SP zur rechtefreien Verwendung bis zum 01. August 2006. Gerne stellen wir TV-Sendern eine Shotlist sowie das Footage zur Kopie bereit.
Kontakt ai-Pressestelle:
Tel. 030 - 420248-306
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