Ihre Exzellenz,
Ich fordere Sie dringend auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die hungernde Bevölkerung der Demokratischen Republik Koreas zu ernähren. Das Recht auf Nahrung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Verweigern Sie dieses Recht der Bevölkerung Nordkoreas nicht. Nahrung darf nicht als politische Waffe missbraucht werden.
Ein Sonderbericht des Welternährungsprogrammes, der im Oktober 2003 herausgegeben wurde, warnt davor, dass die Unterernährung in Nordkorea nach wie vor „alarmierend hoch“ ist – 42 Prozent aller Kinder sind chronisch unterernährt und in ihrem Wachstum beeinträchtigt. Hilfsorganisationen und unabhängigen Beobachterinnen und Beobachtern muss ungehinderter Zugang ins Land gewährt werden, um diese Tragödie zu stoppen.
Ich fordere Sie auf, diskriminierende Praktiken bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und Hilfsleistungen zu beenden. Nahrung sollte nach Kriterien der Bedürftigkeit und nicht entsprechend politischer Kategorien verteilt werden. Ich bitte Sie außerdem, nicht die Armen und Hungrigen dafür zu bestrafen, wenn sie ohne die erforderlichen Genehmigungen Reisen unternehmen um Nahrung zu finden, oder wenn sie kleine Vergehen begehen, um ihre vom Hungertod bedrohten Kinder zu ernähren.
Die Demokratische Volksrepublik Korea ist Vertragsstaat des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Mit der Unterzeichnung dieses Paktes hat sich Ihre Regierung dazu verpflichtet, die darin enthaltenen Prinzipien einzuhalten und dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung Nordkoreas hinreichend Nahrung erhält.
Ich appelliere dringend an Sie, diesen Verpflichtungen nachzukommen und das stille Leiden der Bevölkerung Nordkoreas zu beenden.
Mit freundlichen Grüßen
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