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Pressemitteilung

TODESSTRAFE

ai: Im Jahr 2002 weltweit über 1500 Hinrichtungen

81 Prozent der Exekutionen allein in China, Iran und USA / ai fordert weltweites Todesstrafen-Moratorium / In 111 Ländern Todesstrafe abgeschafft

Berlin, 11. April 2003 - Im Jahr 2002 sind über 1526 Menschen in 31 Ländern hingerichtet worden. Über 3248 Menschen wurden zum Tode verurteilt. Mit der heutigen Veröffentlichung der Statistiken zur Todesstrafe im Berichtszeitraum 2002 appelliert amnesty international (ai) an die derzeit in Genf tagende UN-Menschenrechtskommission, wirksame Maßnahmen gegen die Todesstrafe zu ergreifen und erneut ein weltweites Moratorium für Hinrichtungen einzufordern.

„In vielen von ai dokumentierten Fällen wurden internationale Mindeststandards nicht eingehalten“, sagte Thomas Hensgen, Sprecher der ai-Arbeitsgruppe gegen die Todesstrafe. „Gefangene wurden nach unfairen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. In den USA wurden drei Menschen, die zur Tatzeit unter achtzehn Jahre alt waren, hingerichtet.“ ai listet 1060 Hinrichtungen in China und 113 in Iran auf. In den USA wurden 71 Menschen hingerichtet, fünf mehr als im vergangenen Jahr. „Die heute von ai veröffentlichten Zahlen beziehen sich nur auf Fälle, die der Organisation bekannt sind. Tatsächlich dürften weltweit deutlich mehr Todesurteile verhängt und vollstreckt worden sein“, sagte Hensgen.

Dennoch gab es 2002 auch Fortschritte. Zypern und die Bundesrepublik Jugoslawien (jetzt Serbien und Montenegro) schafften die Todesstrafe für alle Delikte ab. In der Türkei wird die Todesstrafe in Friedenszeiten nicht mehr vollstreckt. Damit ist die Zahl der Länder, die die Todesstrafe gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft haben, auf 111 Länder angewachsen. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Illinois, George Ryan, wandelte kurz vor Ende seiner Amtszeit alle 167 Todesurteile des Staates um. Auch in Tansania und Saudi-Arabien wurden zahlreiche Todesstrafen umgewandelt. Eine Einstellung der Exekutionen wurde in Guatemala und auf den Philippinen angekündigt. Der Präsident Kirgistans erklärte im Januar 2003, dass das Moratorium für Hinrichtungen auf ein weiteres Jahr ausgedehnt werde. Dschibuti, Litauen und Südafrika unterzeichneten das Zweite Fakultativprotokoll des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, das unter anderem die vollkommene Abschaffung der Todesstrafe vorsieht.

Eine ai-Statistik zu Todesurteilen und Hinrichtungen in 2002 finden Sie unter:
http://www2.amnesty.de/internet/ai-theme.nsf/AlleDok/8640250B9C2FFE04C1256CFB0043220D?Open

Eine Länderstatistik zur Existenz und Abschaffung der Todesstrafe finden Sie unter:
http://www2.amnesty.de/internet/ai-theme.nsf/AlleDok/4EB8739AA881D55EC1256CFB00458E33?Open

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