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EU-Ratspräsidentschaft: Japan zur Abschaffung der Todesstrafe drängen

amnesty international (ai) fordert die deutsche EU-Ratspräsidentschaft auf, Japan beim heutigen EU-Japan-Gipfel zur Abschaffung der Todesstrafe zu drängen.

Japan zählt zu den wenigen Industrienationen, die die Todesstrafe praktizieren. Seit Wiederaufnahme der Hinrichtungen Ende Dezember 2006 sind in Japan sieben Personen gehängt worden.

„Japan verbindet man oft mit Moderne – die Strafmethoden im Land zeugen nicht davon. Im Gegenteil, Japan nutzt mittelalterliche Methoden wie Erhängen und verfolgt eine Geheimpolitik, bei der Gefangene mitunter nichts von ihrer bevorstehenden Hinrichtung wissen“, sagt Dick Oosting, Leiter des EU-Büros von amnesty international.

Auch die Haftbedingungen in Japan betrachtet ai mit Sorge. Sie entsprechen nicht den internationalen Mindeststandards. Manche Gefangene warten Jahrzehnte in Einzelhaft auf ihre Hinrichtung. Kontakte zur Außenwelt sind auf ein Minimum reduziert und finden unter Aufsicht statt, Fernsehen ist verboten, der Zugang zu Büchern eingeschränkt. In der Folge treten immer wieder Geisteskrankheiten bei den Gefangenen auf.

ai ruft die deutsche EU-Ratspräsidentschaft außerdem auf, das Thema der Zwangsprostitution im Zweiten Weltkrieg anzusprechen. „Ein weiterer Fleck auf der Menschenrechtsakte Japans – das Ausbleiben einer Entschuldigung oder Entschädigung für die Überlebenden der Zwangsprostitution –sollte auf dem Gipfel thematisiert werden“, so Dick Oosting.

amnesty international

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