suchen / sitemap / kontakt / shop
suchen  


Direkt zur Petition

Schluss mit der Todesstrafe!

Ende des Jahres stimmt die Generalversammlung der Vereinten Nationen über einen weltweiten Hinrichtungsstopp ab. Eine positive Entscheidung wäre ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe.

Inzwischen haben weltweit rund zwei Drittel aller Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Es ist also ein klarer Trend zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe zu erkennen. Der Großteil der Weltbevölkerung jedoch lebt in Ländern, die Todesurteile aussprechen und vollstrecken.

 ai für einen weltweiten Hinrichtungsstopp
ai für einen weltweiten Hinrichtungsstopp! © ai


Im Podcast

Der Schauspieler Benno Fürmann und Max Herre, Sänger von Freundeskreis, unterstützen die ai-Petition für einen weltweiten Hinrichtungsstopp

 
Direkt zur Petition  Direkt zur Petition



  • 90 Staaten haben die Todesstrafe ganz abgeschafft
  • 11 Staaten haben die Todesstrafe in Friedenszeiten abgeschafft
  • 32 Staaten vollstrecken die Todesstrafe in der Praxis nicht mehr
  • Rund 133 Staaten haben die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft
  • 64 Staaten vollstrecken die Todesstrafe weiterhin
Staaten mit und ohne Todesstrafe



Die Erkenntnis, dass die Todesstrafe keinem modernen Menschenrechtsverständnis entspricht, findet zwar immer mehr Akzeptanz. Dennoch sitzen heute weltweit mehr als 20.000 Menschen im Todestrakt und warten auf ihre Hinrichtung.

Eine von ihnen ist Rizana Nafeek aus Sri Lanka. Mit 17 Jahren zog sie nach Saudi-Arabien, um als Haushaltshilfe für eine saudische Familie zu arbeiten. Rizana Nafeek war erst wenige Wochen in Saudi-Arabien beschäftigt und noch minderjährig, als sich ein tragischer Unfall ereignete, in dessen Folge das Baby der Familie in ihrer Obhut starb. Ein Gericht in Saudi-Arabien befand die inzwischen 19-Jährige des Mordes für schuldig und verurteilte sie zum Tode. Die junge Frau soll nun öffentlich mit einem Schwert geköpft werden.


Aktion gegen die Todesstrafe an Minderjährigen © ai Bilan
Aktion gegen die Todesstrafe an Minderjährigen © ai Bilan
 
Rizana Nafeek bestreitet den Mord. Kate Allen, Direktorin von amnesty international in Großbritannien, sagte in einem Zeitungsinterview: „Es ist ein Skandal, dass sich die saudischen Behörden auf die Köpfung einer Teenagerin vorbereiten, die nicht einmal einen Anwalt im Gerichtsverfahren gestellt bekam.“ Als Vertragsstaat des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes ist Saudi-Arabien verpflichtet, keine Straftäter hinzurichten, die zum Tatzeitpunkt jünger als 18 Jahre alt waren.
amnesty international erfährt immer wieder von Fällen, die auf schreckliche Weise zeigen, wie Staaten bei der Anwendung der Todesstrafe versagen. Häufig entsprechen Gerichtsverfahren, die mit einem Todesurteil enden, nicht den internationalen Standards für einen fairen Prozess: Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Angeklagten wird das Recht auf rechtlichen Beistand verwehrt. Todesurteile werden auf Grundlage von „Geständnissen“ verhängt, die durch Nötigung, Folter oder Täuschung erpresst wurden. Manchmal wissen Angeklagte noch nicht einmal, dass sie zum Tod verurteilt worden sind und hingerichtet werden sollen.

In einer Reihe von Ländern wird die Todesstrafe bei einer Vielzahl von Vergehen verhängt, darunter auch für Wirtschaftsdelikte. Staaten, die Todesurteile verhängen, nehmen das Risiko, Unschuldige hinzurichten, billigend in Kauf, denn Justizirrtümer sind in keinem Rechtssystem der Welt auszuschließen. Staaten, die auf die Todesstrafe setzen, verschließen auch die Augen vor wissenschaftlichen Erkenntnissen: Längst ist belegt, dass von der Todesstrafe keine besondere abschreckende Wirkung ausgeht, vielmehr tragen Hinrichtungen zu einer Verrohung der Gesellschaft bei.  'Todesstrakt in Illinois/USA ©APGraphicsBank
Todesstrakt in Illinois/USA © APGraphicsBank
Die Todesstrafe verletzt das fundamentalste aller Menschenrechte: Das Recht auf Leben (Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). Für amnesty international gibt es daher nur ein Ziel: Die Todesstrafe weltweit ganz abzuschaffen.


Die Initiative der EU und weiterer Staaten, der UN eine Resolution für einen sofortigen und weltweiten Hinrichtungsstopp zur Abstimmung vorzulegen, bietet eine historische Chance, um dem Ziel von amnesty international einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

ai nahm den Internationalen Tag gegen die Todesstrafe auch in diesem Jahr zum Anlass, um laut gegen diese Strafe zu protestieren.

letzte Aktualisierung: 14. November 2007

amnesty international

Zurück Druckversion

amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn
Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36
Spendenkonto: 80 90 100 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00

E-mail:info@amnesty.de