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Peru: Gesundheitssystem diskriminiert arme und indigene Frauen und Kinder

Alle acht Stunden stirbt in Peru eine Frau aufgrund von Komplikationen bei der Geburt. 45 Prozent aller Todesfälle im Land betreffen Kinder unter fünf Jahren. Damit zählt Peru zu den Ländern mit der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit in Lateinamerika.

Initiativen der peruanischen Regierung, allen Bürgern eine kostenlose grundlegende medizinische Versorgung zu ermöglichen, erreichen die arme Bevölkerungsschicht nicht. Besonders für Kinder und Frauen, die auf dem Land leben, ist die medizinische Versorgung katastrophal.

Dies belegen auch offizielle Statistiken: Im Jahr 2000 starben in Huencavelica, einem der ärmsten Departements des Landes, 71 von 1.000 Neugeborenen während der Geburt. In der Hauptstadt Lima waren es dagegen nur 17 von 1.000 Neugeborenen.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Die medizinische Versorgung in den Gesundheitszentren auf dem Land ist schlecht, das Vertrauen gegenüber dem medizinischen Personal gering. Die Bevölkerung wird häufig aufgrund ihrer kulturellen und ethnischen Identität benachteiligt. Viele Frauen haben Angst vor falscher Behandlung und Misshandlung durch das vorwiegend männliche Personal. Hinzu kommen Verständigungsschwierigkeiten mit der indigenen Bevölkerung, weil das Personal oft nur Spanisch und nicht die lokale indigene Sprache spricht.
  Maria Lola López Jonata - Gesundheitsvertreterin der indigenen Gruppe der Asháninka.
Maria Lola López Jonata - Gesundheitsvertreterin der indigenen Gruppe der Asháninka.

Vielen wird die Gesundheitsversorgung verweigert, weil sie arm sind. So verlangen Gesundheitszentren illegale Gebühren, insbesondere Strafzahlungen für Hausgeburten. Teilweise wird auch die kostenlose Ausstellung einer Geburtsurkunde für die Neugeborenen verweigert. Dadurch können diese Kinder keine Identitätspapiere erhalten, ohne die ihnen der Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem für Bedürftige versperrt bleibt.

Solange die Regierung diese Barrieren nicht abbaut, verletzt sie ihre menschenrechtlichen Pflichten. In internationalen Abkommen hat sich der peruanische Staat verpflichtet, jede Diskriminierung beim Zugang zu Gesundheitsdiensten abzubauen und für eine kostenlose medizinische Grundversorgung für bedürftige Schwangere und Neugeborene zu sorgen.

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Der Brief an den peruanischen Gesundheitsminister im Wortlaut:

An den Gesundheitsminister

Ec. Hernán Jesús Garrido-Lecca Montañez
Ministro de Salud
Ministerio de Salud
Av. Salaverry cuadra 8 s/n
Jesús María
Lima 11
PERÚ
Fax: + 51 1 431 0358/0093 (Despacho Ministerial)

Sehr geehrter Herr Minister,

ich schreibe Ihnen, um meine Besorgnis darüber auszudrücken, dass Mütter und Kinder aus armen und indigenen Gemeinden in Peru beim Zugang zur Gesundheitsversorgung diskriminiert werden. Diese Diskriminierung führt jedes Jahr zum Tod von hunderten Frauen und Kindern.

Trotz der positiven Schritte, die die peruanische Regierung ergriffen hat, um dieses Problem zu entschärfen, haben Frauen und Kinder aus armen und an den Rand der Gesellschaft gedrängten Familien weiterhin einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung als die übrige Bevölkerung. Dabei tragen arme Frauen ein größeres Risiko, während der Schwangerschaft und der Geburt gesundheitliche Probleme zu erleiden. Für Kinder aus marginalisierten Familien ist die Gefahr größer, während der ersten Jahre ihres Lebens schwer zu erkranken.

Die peruanischen Behörden sollten ihre Verfahren für die Einschreibung in die kostenlose staatliche Gesundheitsversorgung (Seguro Integral de Salud) so überarbeiten und vereinfachen, dass unnötige Verzögerungen vermieden werden. Sie müssen auch dafür sorgen, dass die Informationen über das Recht auf die kostenlose Gesundheitsversorgung in angemessener Form und Sprache zugänglich sind.

Darüberhinaus bitte ich Sie sicherzustellen, dass die Gesundheitszentren und die Mitarbeiter des Gesundheitssystems keine illegalen Gebühren von Müttern verlangen, die ihr Kind zu Hause zur Welt gebracht haben. Außerdem bitte ich Sie dafür zu sorgen, dass Geburtsurkunden für alle Neugeborenen kostenlos ausgestellt werden - unabhängig davon, ob sie zu Hause oder in einer Gesundheitseinrichtung geboren wurden.

Die Mitarbeiter aller Ebenen des Gesundheitssystems müssen eine Ausbildung erhalten, die sie in die Lage versetzt, sich um die gesundheitlichen Belange der Frauen und Kinder aus armen und marginalisierten Gemeinden zu kümmern.

Mit freundlichen Grüßen


letzte Aktualisierung: 15. Juni 2007

amnesty international

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