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Kampagnen & Aktionen

10. Oktober 2003: Internationaler Tag gegen die Todesstrafe

Der 10. Oktober wird dieses Jahr erstmals als „Internationaler Tag gegen die Todesstrafe“ begangen. Mit diesem Tag, der von der im Mai 2002 gegründeten „World Coalition against Death Penalty“ (WCADP) ins Leben gerufen wurde, wird an alle Regierungen appelliert, die Todesstrafe abzuschaffen. Neben amnesty international sind Anwaltskammern, Gewerkschaften, lokale und regionale Behörden sowie viele Nichtregierungsorganisationen Mitglieder der internationalen Koalition.


Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte lautet: „Jeder hat das Recht auf Leben“. Trotzdem halten 84 Länder weltweit an der Todesstrafe fest und wenden sie noch heute an. In mindestens 31 Ländern wurde Menschen exekutiert, 81 Prozent der Hinrichtungen im Jahr 2002 fanden in den UN-Mitgliedsländern China, Iran und USA statt. Die Zahlen zeigen: Der jahrelange Einsatz von amnesty international für die bedingungslose Abschaffung der Todesstrafe hat bis heute nicht an Aktualität verloren.


Am 10. Oktober wird amnesty international öffentlich mit zahlreichen anderen Organisationen für die weltweite Abschaffung der Todesstrafung eintreten. amnesty international hat sich zum Ziel gesetzt, mit möglichst vielen Veranstaltungen und Aktionen

  • die öffentliche Diskussionen zur Todesstrafe anzuregen;
  • den öffentlichen Protest gegen die Todesstrafe zu organisieren und zu unterstützen;
  • Druck auf die Länder auszuüben, in denen die Todesstrafe noch angewendet wird;
  • den Tag gegen die Todesstrafe und damit auch die Arbeit von amnesty international bekannt zu machen.

Warum kämpft ai seit ihrer Gründung gegen die Todesstrafe?

amnesty international hält die Todesstrafe für eine schwere Verletzung des Rechts auf Leben. Die Todesstrafe ist die unmenschlichste und grausamste Bestrafung – und sie ist unwiderruflich. Zahlreiche Fälle dokumentieren, dass unter anderem in den USA aufgrund von Justizirrtümern immer wieder unschuldige Menschen hingerichtet wurden. Oftmals müssen die Beschuldigten Jahrzehnte in einer Todeszelle auf ihre Hinrichtung warten.

Tatsächlich gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Todesstrafe abschreckend wirkt und zu einem Rückgang der Kriminalität beiträgt. Im Gegenteil: Kriminologen beklagen sogar die abstumpfende Wirkung der Todesstrafe. Wenn der Staat selbst tötet, wird die Hemmschwelle zu töten gemindert.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Todesstrafe unverhältnismäßig oft bei Mitgliedern von religiösen und ethnischen Minderheiten vollzogen wird, wobei die Angeklagten in vielen Fällen willkürlich und ohne faires Gerichtsverfahren verurteilt werden.

Weitere Informationen

Pressemitteilung des Forum Menschenrechte zum 10.10.2003PDF-Symbol [PDF-Datei 85 Kb]

Argumente gegen die Todesstrafe

Todesurteile und Hinrichtungen im Jahr 2002

Todesstrafe an Kindern (ai-Journal Oktober 2003)

Webseite der "World Coalition against Death Penalty" (WCADP)


Auch Sie können etwas tun!
  • Schreiben Sie Appellbriefe an die Regierungen der vier Mitgliedstaaten des Europarats, die das Protokoll zur Abschaffung der Todesstrafe noch nicht unterzeichnet haben. [mehr...]

  • Unterstützen Sie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe als Förderer/in.

  • Helfen Sie uns mit Ihrer Spende.



[Aktionsaufruf zum 10. Oktober 2003] [Appellbrief] [Adressen]

letzte Aktualisierung: 1. Oktober 2003

amnesty international

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