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3. Global Day for Darfur am 29. April 2007

200.000 Tote, zwei Millionen Vertriebene: Das ist die blutige Zwischenbilanz des Konflikts, der seit Anfang 2003 in der westsudanesischen Region Darfur tobt. amnesty international fordert die Regierungen des Tschad und des Sudan auf, endlich für den sofortigen Schutz der Zivilbevölkerung in Darfur und im Grenzgebiet des Tschad zu sorgen.

Mit Unterstützung der sudanesischen Regierung vertreiben und ermorden Reitermilizen, sogenannte Janjawid, systematisch die afrikanischstämmige unbewaffnete Bevölkerung in Darfur. Durch Angriffe auf Dörfer, bei denen Massaker, öffentliche Vergewaltigungen und Verschleppungen gezielt als Kriegstaktik eingesetzt werden, verfolgen die Janjawid eine gezielte Strategie der Vertreibung. Zur Unterstützung der Milizen entsandte die Zentralregierung auch die sudanesische Armee.

Innerhalb von 20 Monaten wurden mehr als 400 Dörfer niedergebrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Auf ihren Raubzügen zerstören die Janjawid nicht nur den Besitz der Zivilbevölkerung, sondern auch Wasserstellen. Weite Teile Darfurs sind durch den Krieg verwüstet und menschenleer.

Über 200.000 Darfuris – überwiegend Witwen und Kinder, deren Männer und Väter ermordet wurden – flohen vor der Gewalt im Sudan in den Tschad. Dort leben sie in notdürftigen Flüchtlingslagern. Aber nicht einmal dort sind sie sicher: Seit Ende 2005 haben die Janjawid ihre Angriffe auf das Nachbarland ausgedehnt. Die dortige Regierung lässt bisher ernsthafte Versuche vermissen, die Zivilbevölkerung und die Flüchtlinge wirksam zu schützen. Die Folge: Die schutzlosen Flüchtlinge fliehen nun vor den verheerenden Zuständen im Tschad wieder zurück in den Sudan.

amnesty international fordert von den Regierungen des Tschad und des Sudan:

  • den sofortigen und wirksamen Schutz der Zivilbevölkerung, einschließlich der Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge in der Grenzregion Sudan/Tschad;
  • humanitäre Hilfe und den Zugang für Hilfsorganisationen und Menschenrechtsbeobachter;
  • Menschenrechtsverletzungen im Sudan und Tschad aufzuklären und strafrechtlich zu verfolgen;
  • wirksam zu verhindern, dass Flüchtlinge, besonders Kinder, zwangsrekrutiert werden.

Weitere Informationen:

Werfen Sie ein Auge auf Darfur - ai versucht Zivilbevölkerung durch Satellitenüberwachung zu schützen

Tschad/Sudan: Grenzenlose Gewalt (April 2007)

ai-journal: Tschad - der Alptraum zieht westwärts (April 2007)

Krise in Darfur – eine grenzüberschreitende Katastrophe (August 2006)

Tschad/Sudan – Tausende Vertriebene nach Angriffen im Sudan (Juni 2006)

amnesty international

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