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Urgent Action

UA-Nr: UA-257/2005
AI-Index: AMR 23/032/2005
Datum: 09/28/2005

MORDDROHUNGEN

Kolumbien: Mario de Jesús Castañeda, Leiter des Gewerkschaftsdachverbandes CUT in Huila

amnesty International ist in großer Sorge um die Sicherheit von Mario de Jesús Castañeda, dem Leiter des Gewerkschaftsdachverbandes „Central Unitaria de Trabajadores“ (CUT) in Huila, der mit dem Tode bedroht worden ist.

Am 22. September 2005 ging ein an Mario Jesús Castañeda adressierter Brief beim CUT-Büro in Neiva, im Departement Huila, ein. Als Absender des mit einer Schreibmaschine geschriebenen Briefes war ein „Bloque Central Bolívar“ der paramilitärischen Gruppierung „Autodefensas Unidas de Colombia“ (AUC) genannt. In dem Schreiben hieß es: „Heute möchten wir Sie daran erinnern, dass Sie uns seit einiger Zeit wegen ihrer Unverschämtheit gegenüber der Regierung missfallen. (...) Wenn wir die Gelegenheit dazu haben, werden wir wahrmachen, was wir Leuten wie Ihnen und anderen Gewerkschaftern antun wollen, die jede unserer Regierungen sowie ehrenwerte Personen verleumden. (...) Wir werden nicht Ruhe geben, bis diese Gegend frei von Leuten wie Ihnen ist. Gehen Sie weg, halten Sie den Mund, oder wir werden handeln“.

Am 20. September 2005 wurde Mario de Jesús Castañeda Angaben zufolge von Polizisten am Busbahnhof in Neiva einer Personenkontrolle unterzogen. Man hielt ihn etwa 50 Minuten fest, um in dieser Zeit die Dokumente, die er bei sich hatte, zu fotokopieren. Die Unterlagen enthielten Berichten zufolge Informationen über die mutmaßliche Vergewaltigung einer Frau durch Paramilitärs, die Mario de Jesús Castañeda zusammengetragen hatte, um Anzeige bei den Behörden zu erstatten. Personen, die Menschenrechtsverletzungen der Sicherheitskräfte oder den mit ihnen verbündeten Paramilitärs melden, werden in Kolumbien häufig selbst Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Gewerkschafter sind in Kolumbien nach wie vor in Gefahr, Menschenrechtsverletzungen zum Opfer zu fallen. Die große Mehrheit davon wird von Paramilitärs mit Unterstützung des Militärs oder von den Sicherheitskräften verübt, aber Guerrillagruppen haben in den vergangenen Jahren ebenfalls Menschenrechtsverstöße an Gewerkschaftern begangen. Viele dieser Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftern werden bei Arbeitskonflikten verübt. Gewerkschaftsmitglieder werden von den Sicherheitskräften und ihren paramilitärischen Verbündeten oftmals als „subversive Elemente“ bezeichnet und diese Anschuldigungen haben dann oftmals schwere Menschenrechtsverletzungen zur Folge. Wegen ihres gewerkschaftlichen Engagements werden die Beschuldigten mit dem Tode bedroht, fallen dem „Verschwindenlassen“ zum Opfer oder werden ermordet. Nach Angaben von Gewerkschaften sind in diesem Jahr bereits 37 Gewerkschafter in Kolumbien getötet worden.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Mario de Jesús Castañeda, dem Leiter des Gewerkschaftsdachverbandes „Central Unitaria de Trabajadores“ (CUT) in Huila, zum Ausdruck bringen;
  • fordern, dass eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Morddrohungen eingeleitet wird, deren Ergebnisse veröffentlicht werden und die das Ziel hat, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
  • die Behörden auffordern, in Absprache mit Mario de Jesús Castañeda und der CUT wirksame Maßnahmen zum Schutz des bedrohten Gewerkschafters und anderer CUT-Mitglieder in Huila zu ergreifen;
  • die kolumbianische Regierung auffordern, ohne Verzug ihren wiederholten Zusagen und den Empfehlungen der Vereinten Nationen nachzukommen, alle paramilitärischen Truppen in Kolumbien aufzulösen.

APPELLE AN:

Sr. Presidente Álvaro Uribe Vélez, Presidente de la República, Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN (Staatspräsident - korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente)
Telefax: (00 57) 1-337 5890

Vicepresidente de la República de Colombia, Dr. Francisco Santos Calderón, Vicepresidencia, Carrera 8A No 5-57, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(Vizepräsident – korrekte Anrede: Excelentísimo Sr. Vicepresidente)
Telefax: (00 57) 1-565 7682

Dr. Mario Germán Iguarán, Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación, Diagonal 22B 52-01 (Ciudad Salite), Bogotá, KOLUMBIEN
(Generalstaatsanwalt – korrekte Anrede: Estimado Dr. Iguarán)
Telefax: (00 57) 1-570 2000 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: “me da tono de fax por favor”, danach bitte Durchwahl 2017 eingeben)

KOPIEN AN:

Comité Permanente por la Defensa de los derechos humanos – Capítulo Huila, Carrera 2 No 23-41 Oficina 301, Neiva, KOLUMBIEN (Menschenrechtsorganisation)

Kanzlei der Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. November 2005 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:

- expressing concern for the safety of Mario de Jesús Castañeda, president of the Huila branch of the Colombian Trade Union Confederation (Central Unitaria de Trabajadores, CUT);

- calling for a full and impartial investigation into the recent threat against his life, with the results made public and those responsible brought to justice;

- calling for the Colombian authorities to implement all measures deemed appropriate by Mario de Jesús Castañeda and the CUT to guarantee his safety and that of the other members of the CUT in Huila;

- urging the authorities to take immediate action to dismantle paramilitary groups, in line with stated government commitments and recommendations made by the UN and other intergovernmental organizations and to break their links with security forces.

amnesty international

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