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Pressemitteilung

ISRAEL/BESETZTE GEBIETE/PALÄSTINENSISCHE AUTONOMIGEBIETE

Zivilisten im Fadenkreuz

Bericht von amnesty international: Angriffe auf Zivilisten stellen schwere Vergehen gegen internationales Recht dar / 350 Zivilisten seit Beginn der Al-Aqsa-Intifada getötet / Mehr als 60 Kinder unter den Opfern / amnesty international fordert die palästinensischen und israelischen Behörden auf, bei der Verfolgung der Attentäter die Menschenrechte zu beachten

Bonn, 11. Juli 2002 - Seit dem Beginn der Al-Aqsa-Intifada Ende September 2000 sind in Israel und den besetzten Gebieten mindestens 350 Zivilisten, überwiegend Israelis, den mehr als 120 Angriffen palästinensischer Gruppen zum Opfer gefallen. Unter ihnen waren auch über 60 Kinder. Dies dokumentiert amnesty international in einem heute in Gaza veröffentlichten Bericht.

Mehr als die Hälfte der Opfer starb durch Selbstmordattentate. amnesty international verurteilt in dem Bericht Without distinction: Attacks on civilians by Palestinian armed groups gezielte Angriffe auf Zivilisten als schwere Vergehen gegen internationales Recht.

„Egal wofür ein Volk kämpft, gezielte Angriffe auf Zivilisten sind durch nichts zu rechtfertigen“, sagte Petra Schöning, Expertin für Israel, die besetzten Gebiete und die palästinensischen Autonomiegebiete bei der deutschen Sektion von amnesty international. Im internationalen Recht sei eindeutig festgelegt, dass in Konflikten unter allen Umständen zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden werden müsse.

„Zivilisten dürfen niemals zum Ziel von Angriffen werden. Wir fordern alle palästinensischen Gruppen auf, sämtliche Anschläge auf Zivilisten sofort und bedingungslos einzustellen“, so Petra Schöning weiter.

Die Menschenrechtsorganisation fordert die Palästinensischen Autonomiebehörden und die israelische Regierung auf, die Verantwortlichen für die Anordnung, Planung und Durchführung von Attentaten festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards sei dabei in jedem Fall zu gewährleisten.

Sowohl die palästinensischen Autonomiebehörden als auch die israelische Regierung haben in der Vergangenheit jedoch wiederholt gegen humanitäres Völkerrecht verstoßen, wie amnesty international bereits in mehreren Berichten dokumentiert hat.

An die internationale Gemeinschaft richtet sich der Appell, die palästinensischen Behörden aktiv bei der Umsetzung internationaler Rechtsnormen zu unterstützen. Dies schließt insbesondere die Entsendung von Ermittlungsexperten ein. Deren Aufgabe soll es sein, die ermittelnden Behörden zu beraten und ihnen zu helfen, die Effektivität des Strafjustizsystems zu verbessern.

Der Bericht findet sich unter:
http://web.amnesty.org/ai.nsf/Index/MDE020032002

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