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Pressemitteilung

INTERNATIONALER FRAUENTAG 8. MÄRZ

Frauen in der Schusslinie

Berlin, 7. März 2005 – Der internationale Kleinwaffenhandel ist ein Milliardengeschäft. Frauen zahlen einen unverhältnismäßig hohen Preis: Die wenigsten der etwa 650 Millionen Kleinwaffen weltweit sind in den Händen von Frauen. Umso öfter werden Frauen Opfer von Waffengewalt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den amnesty international, Oxfam und das Kleinwaffennetzwerk IANSA heute in Johannesburg veröffentlicht haben.

Die Organisationen fordern unter anderem ein internationales Abkommen zur Kontrolle des Waffenhandels, schärfere nationale Waffengesetze, die Aufnahme von Gewalt gegen Frauen als Tatbestand in nationale Strafgesetzbücher und die Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen.

Frauen und Mädchen leiden direkt und indirekt unter bewaffneter Gewalt: In Südafrika wird alle sechs Stunden eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner erschossen. Für die USA gilt: Ist eine Waffe im Haus, erhöht sich für alle Bewohner das Risiko, erschossen zu werden, um 41 Prozent – allein für die Frauen aber um 272 Prozent. Wenn Frauen von ihren Ehemännern getötet werden, geschieht dies in Frankreich und Südafrika in einem Drittel der Fälle und in den USA in zwei Drittel der Fälle durch Schusswaffen. „Familiäre Waffengewalt ist unter den geschlechtsspezifischen Risiken für Frauen ein besonders tödliches“, sagte Susanne von Hehl, Expertin für Gewalt gegen Frauen von ai. „Auch in und nach bewaffneten Konflikten sind Frauen in hohem Maße Waffengewalt ausgesetzt.“

Der Bericht “The Impact of Guns on Women’s Lives“ verdeutlicht die Dimension des Problems und schlägt Maßnahmen zur Kontrolle von Kleinwaffen vor. Dass solche Maßnahmen erfolgreich sind, zeigt das Beispiel Kanadas, wo 1995 die Waffengesetze erheblich verschärft wurden. Seitdem ist die Zahl der erschossenen Frauen um 40 Prozent gesunken. In Australien wurde 1996 die Gesetzgebung geändert. Dort sank seitdem die Zahl erschossener Frauen um die Hälfte.

Eine Kopie des englischsprachigen Berichts können Sie über die ai-Pressestelle beziehen oder direkt herunterladen von: http://www.controlarms.org/documents/small-arms-women-report-final2.pdf


Rückfragen und Interviewwünsche bitte an:

amnesty international Pressestelle, Meike Zoega, Tel.: 030 – 420248-306, mail: presse@amnesty.de
Robert Lindner, Oxfam Deutschland, Tel.: 030 – 42850621, mail: rlindner@oxfam.de

amnesty international

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