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Pressemitteilung

DEUTSCHLAND / USA

amnesty international begrüßt Freilassung von Murat Kurnaz


Pressekonferenz mit Anwälten 25. August 2006 in Bremen

Informationsveranstaltung mit Anwälten 26. August 2006 in Berlin

Berlin, 24. August 2006 - amnesty international (ai) hat die Freilassung von Murat Kurnaz aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo begrüßt. Gleichzeitig forderte ai die USA auf, das Lager zu schließen und die Wahrheit über alle geheimen US-Haftzentren weltweit offen zu legen. "Kurnaz saß jahrelang in Haft: ohne Anklage, ohne Gerichtsurteil und fast ohne Kontakt zur Außenwelt - obwohl der US-Geheimdienst schon früh einräumte, Kurnaz habe keine erkennbare Verbindung zu Terroristen", sagte Ferdinand Muggenthaler, USA-Experte von ai Deutschland. Nach eigenen Aussagen wurde Kurnaz in Guantánamo gefoltert und schwer misshandelt. "Die Freilassung von Kurnaz war überfällig. Ein Ende der systematischen Menschenrechtsverletzungen im Namen des 'Kriegs gegen den Terror' ist nicht in Sicht."

"Guantánamo ist nur die sichtbare Spitze des Eisberges", so ai-Experte Muggenthaler. "Die USA müssen endlich Identität, Schicksal und Aufenthaltsort aller Gefangenen in ihrem Gewahrsam darlegen." ai, die UNO sowie zahlreiche Regierungen weltweit haben die USA wiederholt aufgefordert, Guantánamo zu schließen. "Die Gefangenen müssen freigelassen oder vor einem ordentlichen Gericht angeklagt werden", forderte Muggenthaler.

Aufzuklären bleibt die Rolle Deutschlands: Nach Medienberichten hatten die USA bereits im Herbst 2002 die Freilassung von Kurnaz angeboten die Bundesregierung soll dies auf Anraten des BND ausgeschlagen haben - obwohl sie von Kurnaz’ Unschuld überzeugt war. "Wenn diese Berichte stimmen, hat die Bundesregierung dazu beigetragen, das Leid von Kurnaz und seiner Familie zu verlängern. Wir fordern die jetzige Regierung auf, diese Vorgänge aufzuklären und Maßnahmen zu ergreifen, damit Deutschland künftig auch in der Geheimdienstzusammenarbeit seiner Verantwortung für die Menschenrechte gerecht wird", so Muggenthaler.

Weitere Informationen zum Fall Murat Kurnaz: http://www.amnesty.de/kurnaz


GEMEINSAME PRESSEKONFERENZ, Bremen
Murat Kurnaz’ Rechtsanwälte und amnesty international

Wann: Freitag, 25. August um 13 Uhr
Wo: Übersee-Museum, Bahnhofsplatz 13 in Bremen
Wer: Baher Azmy (New York) und Bernhard Docke (Bremen), Ferdinand Muggenthaler (amnesty international)

INFORMATIONSVERANSTALTUNG, Berlin
Murat Kurnaz’ Rechtsanwälte und amnesty international

Wann: Samstag, 26. August um 17 Uhr
Wo: Französischer Dom, Gendarmenmarkt, Berlin Mitte
Wer: Baher Azmy (New York) und Bernhard Docke (Bremen), Ferdinand Muggenthaler (amnesty international)


Kontakt ai-Pressestelle
Tel. 030 - 420248-306
presse@amnesty.de

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