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Länderbericht

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01/01/1999

Hintergrundinformationen

Nachdem sich im Sommer 1991 Slowenien und Kroatien als von Belgrad unabhängige Staaten erklärt hatten und es zu Kampfhandlungen gekommen war, spitzte sich auch auf dem Gebiet des ehemaligen Bosnien-Herzegowina die Lage immer mehr zu. Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung begannen bereits im Herbst 1991, darunter Einschüchterungen, willkürliche Festnahmen und Mißhandlungen, Einschrän-kung der Bewegungsfreiheit und Überfälle. Betroffen waren Angehörige aller Volksgruppen. Besonders dem Diskriminierungsdruck ausgesetzt waren jedoch Moslems in von Serben dominierten und kontrol-lierten Gebieten.

Die Spannungen nahmen weiter zu, nachdem sich Anfang März 1992 eine überwältigende Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in einem Referendum für die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas ausge-sprochen hatte. Es kam zu mehreren bewaffneten Zwischenfällen, in die bewaffnete Zivilpersonen sowie Angehörige von Polizei und paramilitärischen Einheiten aller Volksgruppen verwickelt waren. Im April 1992 eskalierte die Lage. Nach einem Massaker in Bijeljina an muslimischen Zivilisten durch serbische paramilitärische Einheiten weiteten sich die Kämpfe auf das ganze Territorium von Bosnien-Herzego-wina aus. Auf allen Seiten der kriegführenden Parteien kamen im Laufe der Kämpfe immer mehr para-militärische Verbände hinzu, von denen einige von den jeweiligen Regierungen geduldet und unterstützt wurden, andere auf eigene Verantwortung agierten.

Im Zuge der Kampfhandlungen und der sich verschiebenden Frontlinien fiel die Zivilbevölkerung schutzlos den jeweils durchziehenden Truppen in die Hände. Die serbischen Einheiten verfolgten vor allem im Norden Bosnien-Herzegowinas eine Politik der systematischen Vertreibung der bosnisch-mus-limischen Bevölkerung. Die Einwohner wurden meist nachts dazu gezwungen, Busse oder Lastwagen zu besteigen, die sie in Lager oder zur bosnisch-muslimischen Frontlinie brachten, die sie dann zu Fuß überqueren mußten. Diese “ethnischen Säuberungen" wurden während der gesamten Kriegszeit durch-geführt. Viele Menschen starben bei den Zwangstransporten oder in Gefangenschaft. Vor der Vertrei-bung waren viele von ihnen gezwungen worden, Erklärungen zu unterzeichnen, die besagten, daß sie freiwillig ihre Heimat verlassen und ihren Besitz der Gemeinde vermacht hätten.

amnesty international

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